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Luftwurzeln bei Orchideen

Was sind Luftwurzeln?

Bei Orchideen können sich Luftwurzeln bilden. Diese dienen der Pflanze zur Wasser- und Nährstoffaufnahme aus der Luft und haben somit eine wichtige Aufgabe. Außerdem stabilisieren und fixieren sie die Orchidee an ihrem Standplatz.

Die Luftwurzeln sind von einer Schicht schwammartiger Zellen umgeben, die sich bei Regen oder dem Gießen der Pflanze mit Wasser vollsaugen. Ebenso nehmen die Zellen bei hoher Luftfeuchtigkeit Wasser aus der Luft auf und geben diese an die Pflanze ab. Bei Wasseraufnahme nehmen gesunde Luftwurzeln eine grüne Färbung an.

Dürfen Luftwurzeln bei Orchideen entfernt werden?

 

Luftwurzeln bei Vanda OrchideenLuftwurzeln der Orchidee sollten nicht abgeschnitten werden. Das Kürzen um wenige Zentimeter ist möglich, muss aber behutsam mit einer scharfen Schere vorgenommen werden. Um eine Übertragung von Bakterien, Viren oder Pilzen zu vermeiden, sollte das Schneidewerkzeug vorher mit Spiritus oder einem anderen hochprozentigen Alkohol gereinigt werden. Faulig riechende, vergammelte oder hohle Luftwurzeln müssen entfernt werden. Ebenso ist die Pflanze von Wurzeln zu befreien, die sich bei Wasserkontakt nicht mehr grün färben oder die vertrocknet sind. Es gilt jedoch, so wenig Wurzeln wie möglich zu entfernen. Ein übermäßiges Entfernen von Luftwurzeln kann bei der Orchidee zum Absterben führen. Die Schnittstellen sollten mit Zimt oder Kohlepulver betupft werden. Diese Substanzen haben eine desinfizierende Wirkung und beugen einem Befall mit Pilzen oder Schädlingen vor.

Pflege der Luftwurzeln

Viele Orchideen LuftwurzelnBei einer deutlich zu niedrigen Luftfeuchtigkeit vertrocknen Luftwurzeln. Um dies zu vermeiden, sollte die Pflanze regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Dies kann täglich oder jeden zweiten Tag bevorzugt morgens gemacht werden. Das Aufstellen von Verdunstungsschalen kann ebenfalls Abhilfe schaffen. Da bei zu hoher Luftfeuchtigkeit das Risiko einer Pilz- oder Bakterieninfektion steigt, ist für entsprechenden Luftaustausch zu sorgen.

Stört sich ein Orchideenliebhaber an den über den Topf hinaushängenden Luftwurzeln, können diese dekorativ an Holzstäben aufgedreht werden. Auch hierbei ist darauf zu achten, die Wurzeln nicht zu beschädigen. Außerdem sollten aufgrund des Wasserkontaktes keine Metallstäbe verwendet werden, die rosten könnten.

Was ist beim Umtopfen zu beachten?

Orchidee Luftwurzeln Phalaenopsis

Orchidee Luftwurzeln Phalaenopsis

Bildet die Orchidee außerhalb des Topfes mehr Luftwurzeln als im Substrat, deutet dies daraufhin, dass die Pflanze umgetopft werden sollte. Ein Grund für die vermehrte Bildung von Luftwurzeln kann mit fehlenden Nährstoffen im Substrat zusammen hängen. Ein anderer Grund kann zu stark verdichtetes Pflanzsubstrat sein, was zu Problemen bei der Sauerstoffaufnahme der Pflanze führt. In beiden Fällen hilft das Umtopfen der Orchidee.

Das Umtopfen erfolgt bevorzugt kurz vor dem Ende der Vegetationspause, wenn die Pflanze beginnt, neu auszutreiben. Alternativ ist ein Umtopfen auch nach der Blüte möglich.
Die Wurzeln sind vollständig von altem Substrat zu befreien und können hierzu vorsichtig in lauwarmem Wasser gewaschen werden. Eine Beschädigung der Wurzeln beim Umtopfen ist zu vermeiden. Geringe Mengen des alten Substrates sind weniger schlimm als eine Verletzung des Wurzelwerks. Lässt sich die Pflanze nicht durch vorsichtiges Drehen aus dem alten Topf lösen, kann das Gefäß aufgeschnitten werden. Hierbei darf jedoch der Wurzelballen nicht beschädigt werden. Verfaulte oder abgestorbene Wurzeln und Pflanzenteile werden beim Umtopfen vorsichtig entfernt.

Das Substrat wird vollständig ausgetauscht. Die Gefäße dürfen nicht zu groß sein, da die Pflanze sonst keinen Halt findet. Glasgefäße bieten den Vorteil, dass die Wurzeln ausreichend Licht bekommen. Beim Umtopfen müssen vertrocknete oder verfaulte Wurzeln vorsichtig entfernt werden. Um die Pflanze nicht zu schwächen, werden so wenig Wurzeln wie möglich entfernt.

Bei Orchideen der Gattung Phalaenopsis kann beim Umtopfen ein Teil der Luftwurzeln vorsichtig mit in das Substrat im Orchideentopf eingebracht werden. Da die Wurzeln leicht brechen und nicht beschädigt werden dürfen, empfiehlt es sich, sie zunächst für 5-10 Minuten in lauwarmes Wasser zu geben. Hierdurch werden sie biegsamer und lassen sich leichter in das Substrat einbringen. Bei anderen Orchideen-Gattungen sollte es vermieden werden, Luftwurzeln im Topf unterzubringen.